Heute habe ich ein bisschen Zeit, da das Wetter nicht mitspielen will. Es regnet und stürmt. Und so will ich mal ein paar Dinge ins Tagebuch schreiben, die oft nebensächlich wirken, aber vielleicht manchen interessieren.
1. Bäume
Es gibt hier wunderschöne alte und interessante Bäume (siehe unten).
2. Kiwifrüchte
Neben den grünen Kiwis, gibt es hier auch gelbe Kiwis. Sie sind weniger behaart und man kann sie mit Schale essen. Sie sind etwas süßer und sehr lecker. Wenn ich so weitermache, kriege ich bald eine gelbe Gesichtsfarbe.
3. Fleischpreise
Im Gegensatz zu Deutschland ist hier das Rindfleisch am billigsten. Hähnchenfleisch ist schon beträchtlich teurer und Schweinefleisch ist „Sau“-teuer. Naja, das liegt wahrscheinlich daran, dass es hier wenige gibt - ich habe jedenfalls noch kein einziges Schwein gesehen und Kühe stehen sogar mitten in Auckland und weiden in den Parks auf den Vulkanen.
4.Butter und Margarine
Butter ist hier fast immer gesalzen. Zum Glück hat unser Supermarkt eine ungesalzene Sorte. Bei der Margarine ist es noch schlimmer. Nachdem ich eine Packung gefunden hatte auf der „50% less Salt“ stand und als Gesundheits-Margarine gekennzeichnet war, war ich etwas enttäuscht, als diese Margarine immer noch nach Salz schmeckte. An eine milchfreie Margarine ist gar nicht zu denken.
5. Für Tina
Es gibt hier, natürlich, Erdnussbutter und zwar in „ein-Kilo“-Glaesern. Der Karamell-Sirup ist zwar nicht so gut wie in Kanada, aber Reinhard freut sich doch immer wieder über sein Erdnussbutter-Karamell-Sirup-Brot. Und es gibt Schoko-Chips-Cookies und Zimt-Rosinen-Bagels.
6. Brot
Das Brot ist labberich und zu soft. Wie eine Klassenkameradin von der Sprachschule treffend sagte; „ Dieses Brot kann man unter einer Tür durchquetschen und danach faltet es sich von selbst wieder auseinander und sieht so aus wie vorher.“ Als wir in unserem Businesskurs Ideen sammeln sollten, welches Business wir in Auckland starten könnten, sind gleich mehrere auf die Idee gekommen, dass hier auf jeden Fall eine Deutsche Bäckerei fehlt aufgemacht werden muss.
7. Süß
Im Allgemeinen ist hier alles Süße noch mal doppelt so süß, als bei uns. Der Supermarkt hat eine riesige Ecke nur für Muffins, Plätzchen und Torten mit dicken Zucker- und Schokoglasuren. Dafür kann ich nirgendwo Vanillezucker finden und auch die Idee, mir selbst welchen zu machen, scheitert daran, dass ich auch keine Vanillestangen kriege.
8. Öffnungszeiten
Der Supermarkt um die Ecke hat täglich 24 Stunden geöffnet. So brauchen wir nie im Voraus zu planen. Auch Sonntag früh um zwei bekäme ich ein neues Glas Nutella, wenn es nötig wäre.
Die Geschäfte in der Innenstadt oder in den Centern dagegen schließen täglich schon zwischen 17.00 und 17.30 Uhr und haben zusätzlich samstags nachmittags und sonntags geschlossen.
9. Preise
Die Preise für Lebensmittel im Supermarkt sind vergleichbar mit deutschen Preisen. Dagegen ist es hier günstiger zum Essen auszugehen. Zum Beispiel kostet ein Menü bei McDonalds nur umgerechnet 3,50 Euro. Reinhard war mit vier Kollegen mittags zum Lunch im Restaurant. Sie haben alle was getrunken und entweder Nudeln oder Salat gegessen. Der Chef hat dann nur ca. 30 Euro bezahlt.
Lustig ist, dass hier alle über die Benzinpreise stöhnen. Okay, sie sind in den letzten Monaten, wie bei uns, extrem gestiegen. Trotzdem freuen wir uns jedes Mal, wenn wir beim Tanken umgerechnet ca. 80 Euro-Cent pro Liter Normalbenzin zahlen.
10. Links-Verkehr
Leider habe ich mich immer noch nicht so ganz an den Linksverkehr gewöhnt. Beim Autofahren geht es sehr gut, aber als Fußgänger gucke ich immer noch zuerst in die falsche Richtung.
Lustig ist, dass die Menschen hier auch links gehen, wenn sie sich entgegen kommen. In Deutschland ist mir nie wirklich bewusst gewesen, dass man automatisch rechts aneinander vorbei geht. Hier war ich am Anfang immer auf der falschen Seite und habe Verwirrung gestiftet.
11. Fahrräder
Fahrräder sieht man hier sehr selten, und dann höchstens Freizeitradler. Hier fährt niemand mit dem Rad zur Arbeit oder in die Stadt. Das liegt, denke ich, erstens daran, dass hier Helmpflicht ist und zweitens, dass Auckland einfach zu hügelig ist.
12. Verkehrssicherheit
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es nicht ungefährlich ist hier Fahrrad zu fahren und auch als Fußgänger hat man es nicht leicht. Denn: die Autofahrer verhalten sich nämlich sehr rücksichtslos gegenüber anderen Straßenteilnehmern. Hier wird niemand über die Strasse gelassen. Wer über eine Strasse geht, muss Angst haben von einem abbiegenden, nicht-blinkenden und viel zu schnellen Auto umgefahren zu werden.
13. „Friday night“
Besonders freitags abends ist es schlimm. Dann fahren Alle mit ihren aufgemotzten Karren durch die Stadt und lassen die Motoren aufheulen. Das ist ein viel diskutiertes Problem in Auckland Ich las zum Beispiel letzte Woche im „New Zealand Herald“ (das ist die Tageszeitung), dass sich die Anwohner oft gestört fühlten und dass das so genannte „Drink-Driving“, also Alkohol am Steuer, oft unterschätzt wird. Die Polizei würde oft einfach weg gucken, denn es sei ja „Friday night“
14. Fußgängerampeln
Die Fußgänger-Ampeln piepen alle laut, wenn es grün wird. Zumindestens die meisten. Es ist nämlich so, dass man sich so an diesen Piepton gewöhnt, dass wir schon an grünen Ampeln ohne Piep gewartet haben, ohne es zu merken.
15. Müll
Das Wort „Recycling“ ist hier fast ein Fremdwort. Hier wird immer noch alles in eine Tonne geworfen. Wenige Firmen sammeln Papier und es gibt einige Glassammelcontainer. Allerdings gibt es hier kaum Glasflaschen. Nur Bier und Wein ist in Glas, alle anderen Getränke kriegt man nur in Plastikflaschen. Und Mehrwegflaschen gibt es auch nicht. Im Supermarkt wird alles in tausende Plastiktüten verpacht. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Neuseeland ein sehr Umwelt- und Naturbewusstes Land ist, aber in Sachen Müll müssen sie noch eine Menge lernen.
So, das war erstmal ein kleiner Einblick in die Welt hier unten. Da wir fast täglich neue erstaunliche Dinge feststellen, gibt es später vielleicht einen zweiten Teil hiervon.