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Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
r_u_u@gmx.de
Langenberg
Germany
10. March 2006 - 13:30 Uhr

schottische Stadt mit Superlativen
04.03.2006 - 04.03.2006
Dunedin
Wir haben es heute mit einer Stadt zu tun, die sich gerne "einzigartig" bezeichnet. Z. B. gibt es hier, zufällig ganz in der Nähe unseres Schlafplatzes der letzten Nacht, die weltweit einzige Albatros-Kolonie auf Festland zu sehen.

Dementsprechend geschützt werden diese Tiere hier auch. Selbstverständlich gibt es hier keinen freien Zugang zu Aussichtsplattformen oder der gleichen. Für ein paar Dollar bekommt man stattdessen im Info-Zentrum einen Film über die Brutstätten gezeigt. Für etwas mehr dann noch einen Vortrag obendrauf. Erst wenn man über dreißig Dollar auf den Tisch legt, gibt es eine geführte Wanderung zu einem Aussichtshäuschen mit Glasfront.

Wir sind nicht die einzigen, die ohne einen Albatros gesehen zu haben, wieder abreisen. Ein letzter, hoffnungsvoller Blick in die Luft und dann sind wir schon wieder Richtung Zentrum unterwegs.

Unsere erste Station ist der Bahnhof, in dem pro Woche gerade mal ein halbes Dutzend Züge einfahren würden. Von hier startet auch der Taieri Gorge Scenic Railway, der mehrmals pro Woche Touristen durch die Landschaft befördert - hin und zurück ca. vier Stunden.

Auch wenn uns die Fotos von dieser Strecke reizen, müssten wir so noch einen Tag länger hier einplanen - schließlich möchten wir noch was von der Stadt sehen und ins Internet-Café wollen wir auch mal wieder.

Wir begnügen uns deshalb mit der Besichtigung des wirklich schönen Bahnhofsgebäudes. Direkt gegenüber steht im gleichen Baustil das ehemalige Gerichtsgebäude mit angeschlossenem Gefängnis - wie praktisch.

Viele solcher Häuse und Gebäude machen letztendlich den Reiz dieser schottisch angehauchten Studentenstadt aus. Besonders erwähnenswert ist da vielleicht noch das (oder der?) Oktagon im Zentrum der Stadt. Weniger auf einen Kreisverkehr als vielmehr auf ein Achteck laufen hier die umliegenden Straßen auf einen sehr lebendigen Stadtkern zu.

Ein Internetcafé später, machen wir noch einen kleinen Spatziergang übers Universitätsgelände. Ein meiner Meinung nach sehr gelungender Mix aus modernen und gothischen Gebäuden ist mit Recht ein Stolz der Stadt.

Stadtauswärts weiter in Richtung Norden schauen wir uns noch die weltweit steilste Straße an. Mit einem Steigungswinkel von 38 fühlen wir uns im Spaceship schon ein wenig wie in einer Achterbahn.

Auch diese Nacht finden wir wieder einen besondern Platz am Wasser. Auf einem Rastplatz direkt am Ozean genießen wir den Blick auf den weißen Strand, die Wellen und die Farben der untergehenden Sonne. Nur der Wind holt uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und lässt uns in unseren Windjacken verschwinden.

Und auch beim Abendessen neckt uns der Wind mit Vorliebe: nicht nur, dass wir in unserm Campervan das Essen zubereiten müssen, wirbelt er uns, als wir uns an unserem Extra-Knoblauch-Spagetti-mit-Hackfleisch-Dinner erlaben wollen, noch eine Priese weißen Sand ins Essen... lecker!
der Weg zur Albatroskolonie
ein kalter, aber schoener Morgen
Leuchtturm am Ende der Halbinsel
der Bahnhof von Dunedin
innen wie aussen eine Pracht
gegenueber das alte Justizgebaede
auch einige Unigebaede sind im neugothischen Stiel erbaut
die steilste Strasse der Welt
...und sie ist wirklich steil: 38 Grad
Rastplaete am Strassenrand - immer gut fuer eine Nacht
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
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Langenberg
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04. March 2006 - 14:03 Uhr

Seehunde uns sonstige Seebewohner
03.03.2006 - 03.03.2006
Catlins
Ohne blaue Lippen und sonstigen Erscheinungen wachen wir heute auf, brauchen aber noch einige Zeit, um auf normale Temperatur zu kommen.

Ohne erst bei ungemütlicher Kälte zu frühstücken, brechen wir direkt auf und begeben uns wieder auf die Southern Scenic Route. Unseren ersten Halt machen wir bereits wenige Kilometer weiter. Wir haben zunächst nicht geplant, am Historic Railway Tunnel zu halten, weil er aber wirklich direkt an der Straße liegt, steigen wir kurz aus. Besonders sehenswert ist der Eisenbahntunnel von 1879 wirklich nicht. Jedenfalls nicht der Eingang. Wie es ein paar hundert Meter auf der anderen Seite aussieht, können wir nicht sagen, da wir direkt wieder zum Auto zurück sind.

Der nächste Stopp macht da schon mehr her. Der Nugget Point ist der einzige Ort, an dem verschiedene Rassen von Seehunden und Seeelefanten auf einem Fleck zu sehen sind - normalerweise leben sie getrennt in ihren Kolonien. Zudem tummeln sich hier noch die Gelbaugen-Pinguine, die man übrigens nur hier in Neuseeland findet. Ob wir heute genau diese Rasse gesehen haben, oder Doppelgängen auf den Leim gegangen sind, können wir nicht genau sagen. Unsere Zoom-Möglichkeiten mit Kamera und Fernglas sind da etwas zu bescheiden. Tatsache ist jedenfalls, dass die sehr scheuen Seevögel am besten vor Sonnenuntergang zu finden sind, wenn sie zurück zu ihren Nestern an Land gehen.

Am Nugget Point gibt es außerdem noch einen Leutturm zu sehen. Bei erstaunlich leichten Wind haben wir von hier einen sagenhaften Blick auf die Küstenkulisse.

Nach dem Frühstück geht es dann auf die restlichen Kilometer der Southern Scenic Route Richtung Dunedin.

Kurz nach Milton, fahren wir noch einmal etwas abseits zu einem Lookout, wo es auch Wal-Fossilien zu sehen gibt. Etwas unspektakulär aber durchaus beeindruckend werden hier einige Felsen hinter Glas präsentiert, in denen man Strukturen der großen Säuger erkennen kann.

Lange halten wir uns dort aber nicht auf, sondern machen lieber noch eine längere Pause an der heute sehr aufgewühlten See einige Kilometer vor Dunedin.

In Dunedin selber, steuern wir als erstes die Touristeninformation an und erkunden uns nach einem Aquatic-Center oder ähnliches. Bei den kühlen Temperaturen und den noch immer regelmäßigen Schauern käme uns ein heißes Bad gerade recht.

Der Moana Pool wird diesem Wunsch mehr als gerecht. Neben dem Sportbereich gibt es hier für 4,50$ auch noch Sprungbretter für jeden Anspruch und ein Wellenbecken. Wir haben unser Auge bereits auf den Wirlpool - oder wie die heißen Becken hier genannt werden - SPA geworfen. Sehr angenehm finde ich die Reglung, dass die Becken nur für Erwachsene geöffnet sind. (Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: kein FKK!! ;-) Welcher Grund dahinter steckt, wird mir nicht klar. Die ruhige Atmosphäre und das nicht ständige rein-ins-Wasser/raus-aus-dem-Wasser ist jedoch angenehm.

Warm und erholt fahren wir heute nur noch auf die Halbinsel von Dunedin, wo wir am Otago Harbour die Nacht verbringen. Morgen werden wir dann die schottisch angehauchte Stadt näher unter die Lupe nehmen.
Historic Railway Tunnel
wer genau hinsieht, kann die Seehunde erkennen
Leuchtturm am Nugget-Point
...es könnten Pinguine auf dem weißen Felsen sein, oder?
Küste am Nugget Point
Steilküste am Nugget Point
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
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Langenberg
Germany
04. March 2006 - 14:03 Uhr

Wasserfälle, Wasserfälle und Wasserfälle
02.03.2006 - 02.03.2006
Catlins
Die Wolken lichten sich ein wenig, dennoch macht die Wettervorhersage wenig gute Laune. Den Backpacker haben wir aber nur bis heute gebucht, also fahren wir weiter auf der Southern Scenic Route.

Vielleicht vorher noch ein Wort zu kälteren Temperaturen hier in Neuseeland und das tägliche Leben damit. Der Backpacker hier in Invercargill, dem Ort mit dem statistisch ungemütlichstem Wetter, ist dafür ein gutes Beispiel.

Bei höheren Temperaturen leicht übersehbar, bemerkt man bei Temperaturen wie heute, so um die zwölf Grad, schnell die Probleme der typisch leichten Bauweise. Die Häuser bestehen oft einfach nur aus Holzwänden mit Isolierungsschicht und werden binnen kürzester Zeit errichtet. Fällige Reparaturen werden dann gerne selbst ausgeführt und sind in entsprechender Qualität. Unter den Türen zieht es her und die Einfachverglasung hält die Wärme ebenfalls nicht innen. Beste Vorraussetzung für kalte Füße! Selbst der Kamin kann dieser Energiefalle nicht Herr werden und so finden wir an allen Ecken und Enden Elektroöfen und Heizstrahler. Wir können nur hoffen, dass unsere 23 Dollar pro Person und Übernachtung nicht komplett für's Heizen drauf geht.

Über's Heizen müssen wir uns jetzt aber keine Gedanken machen, gibt es bis auf die normale PKW-Heizung doch eh keine Wärmequelle im Spaceship.

Und mit dem sind wir jetzt wieder auf Achse. Heute fahren wir durch die Catlins (Region im Süden der Südinsel), über die wir bisher - außer natürlich aus der Wettervorhersage - nur gutes gehört haben. Und in der Tat lassen wir die Äcker hinter uns und biegen in die reizvollere Hügellandschaft ab.

Unser Reiseführer meint es heute besonders gut mit uns und zeigt uns im Stundentakt und häufiger ein neues Ziel auf. Wir schauen uns heute sage und schreibe vier Wasserfälle an, besuchen einen versteinerten Wald am Strand und besuchen Jack's Blowhole, dass das von den Pancake Rocks unserer Meinung bei weitem an Attraktivität übertrifft.

Ca. 200 Meter von der Küste entfernt hat die Brandung einen Krater geschaffen, der bis 55 Meter unter uns reicht und größer ist, als ein Fußballfeld. Und noch immer schießt mit jeder Welle das Wasser ins Blowhole und erstaunt uns Besucher mit seinem Getöse.

Nicht weit davon entfernt bleiben wir heute auch Übernacht, und hoffen, die tiefen Nachttemperaturen gut und warm zu überstehen.
Wald mal auf eine ganz andere Art
stürmische See bei den Wald-Fossilen
ein weiteres Beispiel neuseeländischen Humors: die Niagara Fälle
Wasserfall I
Bäume die auf Bäumen wachsen
Wasserfall II
gehört noch zum Wasserfall II, ist wesentlich kleiner, aber im Sonnenlicht einer der schönsten, die wir hier in NZ gesehen haben
Wasserfall II noch einmal im Weitwinkel
Wasserfall III
die Landschaft der Catlins
wenn die Ostküste Westküste spielt
Jack's Blowhole
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
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01. March 2006 - 15:00 Uhr

Regen, Sturm und Southern Scenic Route
28.02.2006 - 28.02.2006
Invercargill
Was der Himmel gestern wolkenlos gewesen ist, kommt heute - und wohl die nächsten Tage - doppelt und dreifach.

Wieder einmal überlegen wir, ob es sich lohnt, vor dem Regen zu fliehen und nach Osten zu fahren. Die Southern Scenic Route soll landschaftlich sehr beeindruckend sein und es wäre schade, sie bei Regen zu erkunden.

Aber wie wir auch hin und her überlegen, sehr viele Alternativen bieten sich uns nicht. Schließlich lassen wir es darauf ankommen, buchen uns für zwei Nächte in einem Backpacker in Invercargill ein und fahren die Route trotz Regen bis dorthin.

Aus zweierlei Sicht eine gute Entscheidung. Zum einen erfahren wir aus der Zeitung, dass es im Osten auch regnet, zum anderen gehört doch die raue Witterung auch irgendwie zum (Süd-)Westen. Wie wir an den Bäumen und Gräsern sehen, ist gerade der stürmische Wind typisch für diese Region. Auf dem Foto unten ist die Richtung, in die sich die Bäume biegen, nicht nur durch den aktuellen Wind bedingt.

Die Landschaft hier ist wieder wesentlich übersichtlicher, als wir sie noch gestern im Fjordland gesehen haben. Hier haben die Schaf-, Rinder- und Rotwildherden wieder die Überhand über die Hügel und scheinen den rauen Bedingungen zu trotzen.

In Richtung Invercargill nimmt die Zivilisation auch wieder zu. Es begegnen einem wieder vermehrt Trucks auf den Straßen, die Benzinpreise sind günstiger und die eine oder andere Industrieanlage taucht links und rechts der Straße auf.

Besondere Sehenswürdigkeiten haben wir heute sonst nicht entdeckt. Zwei Dinge möchte ich aber dennoch erwähnen und meinen Gruß damit besonders an Michael richten.

Weder in unseren Reiseführern noch auf dem kostenlosen Southern-Scenic-Route-Plan sind die Clifden Caves erwähnt, die ich deshalb hier erwähne. Dreihundert Meter dunkelste Höhlengänge mit drei Zugängen sind hier zu erkunden. Auf einem Hinweisschild sind hierfür vierzig Minuten veranschlagt, wodurch wir auf schwierigeres Terrain schließen. Außerdem wird empfohlen, mindestens zu zweit und nur mit doppelter Taschenlampen-Bewaffnung die Gänge zu betreten.

Für uns - oder besser gesagt - für mich bedeutet das: weiterfahren und auf ein nächstes Mal im nächsten Leben hoffen.

Als zweites möchte ich hier noch "Monkey Island" erwähnen. An dem Schild habe ich nun wirklich nicht vorbeifahren können, ohne wenigsten einen kurzen Blick auf diese Insel zu werfen. Michael wird diesen Insider verstehen - allen anderen möchte ich wenigstens noch ein paar Touristeninformationen bieten:

Es ist nicht wirklich dokumentiert, wie dieser Name der winzigen Insel entstanden ist. Es wird vermutet, dass er auf die Zeit zurückzuführen ist, als Güter noch per Boot in diese unbewohnte Gegend befördert wurden. Mit einer Monkey-Winch (Affen-Winde) seien die Boote an Land gezogen worden.

Gegen Nachmittag gelangen wir schließlich nach Invercargill. Da wir noch nicht im Backpacker einchecken wollen, fahren wir noch weiter südlich Richtung Bluff, dem Hafenort von Invercargill. Die Stadt selber reißt uns nicht gerade vom Hocker, trotzdem genießen wir vom Lookout aus die weite Aussicht über die Stadt und auf Stewart Island.

Etwas schmunzelnd darf man wohl einen weiteren Stolz von Bluff bewundern: in einem Wendekreis beginnt hier der Highway 1, der an der Ostküste entlang bis Picton führt, von der Fähre über die Cook Strait bis nach Wellington gebracht wird und schließlich über den 90-Mile Beach am Cape Reinga endet.

Den Tag schließe ich heute mit einer Joggingrunde durch den Queenspark. Die Bewegung ist dringend mal wieder nötig gewesen. Etwas überrascht bin ich dann aber doch von dem Hagelschauer, der mich unterwegs überrascht. Regen ist eingeplant gewesen, aber mit Hagel habe ich nicht gerechnet. Da kann ich doch nur hoffen, dass wir jetzt nicht die Handschuhe herausholen müssen!!
erster Eingang zu den Clifden Caves
stürmige Zeiten kommen auf uns zu
hier ist also
... vielleicht doch nicht die echte
Blick auf Bluff
Blick auf Stewart Island im Süden von Neuseeland
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
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01. March 2006 - 14:59 Uhr

Milford Sounds - beeindruckend bei Regen und Sonne
26.02.2006 - 27.02.2006
Milford Sounds
Was uns bei der Fahrt von Te Anau in Richtung Milford Sounds noch als "Pech" vorkommt, sehen wir im nachhinein als ebenfalls besondere Seite der Fjorde im Südwesten an. Denn je mehr wir uns dem schönsten Sound Neuseelands nähern, desto mehr Regenwolken ziehen auf, die nicht lange mit Schauern auf sich warten lassen.

Ganz so ungewöhnlich ist das Wetter aber auch nicht, fällt hier doch ungefähr zehn Mal so viel Niederschlag wie in Hamburg. Und unsere fleißige Leserin Christiane wird uns sicher bestätigen können, dass Hamburg nicht zu den sonnenreichsten Städten gehört.

Wir sind deshalb darauf vorbereitet und planen unsere Tage hier nach den Wettervorhersagen. Danach soll es heute noch regnen - es gibt sogar Warnungen vor heftigen Regenfällen - morgen soll aber schon wieder die Sonne scheinen.

Für uns heißt das: heute zum Sound fahren; morgen früh aufstehen, Boot fahren!!

Auch wenn sich die Regenwolken vergnügt um die Bergwipfel winden, sind wir schon jetzt von der Bergwelt um uns herum beeindruckt und freuen uns auf die Ansicht bei Sonne. Besonders die unzähligen Wasserfälle (und ich habe bisher gedacht, ich hätte schon viele gesehen) haben es uns angetan. Als ob eine zu gefüllte Badewanne an allen Seiten überschwappt, so stürzen an den Felswänden die Bäche ins Tal.

Unser Ziel, der Ort Milford Sound, ist eigentlich nicht mehr als die Anlegestelle der Boote. Das bisschen Leben beschränkt sich am frühen Abend nur noch auf ein überraschend großes Café und eine bereits geschlossene Ticket-Verkaufshalle. Auf dem riesigen Parkplatz sind nur noch die wenigen Autos der Mehrtages-Wanderer zu finden - und die Campervans derjenigen, die das Schild "Overnightcamping prohibited" nicht gelesen haben ;-)

Am nächsten Morgen klingelt für uns um halb sieben der Wecker und es braucht noch eine gute Stunde, bis die ersten wirklichen Sonnenstrahlen zwischen den Bergen zum Vorschein kommen. Aber ein wolkenloser Himmel verspricht schon einiges!

Gegen acht sind wir dann auch mit die ersten Touristen am Ticketschalter. Für die günstigeren Morgen- und Abendtouren braucht man hier nicht vorbestellen. Wer Mittags übers Wasser schippern möchte, muss sich dann schon unter die Bustouren mischen und einen höheren Preis berappen.

Von den vier Reedereien entscheiden wir uns für die "Small Boat Cruiser". Die Tour ist mit 51 Dollar pro Person zwar einen Dollar teurer, dafür cruised man aber bis zu zwanzig Minuten länger und ist nicht auf einem der großen Kutter. Über den Boardservice der anderen Gesellschaften kann ich hier natürlich nichts schreiben, unser Kahn hat jedenfalls Heißgetränke für lau.

Auf der Fahrt selbst bekommen wir dann die volle Ladung Milford: Wasserfälle (ja, schon wieder!!), Berge, Regenwälder, Seehunde und sogar ein paar Delphine haben sich blicken lassen. Die Gesamtnote: gigantisch!!!

Wieder auf dem Festland wollen wir hier auch gar keine Zeit vergeuden, gibt es doch auf dem Rückweg noch zu viele Dinge am Straßenrand zu sehen: Wasserf... ihr wisst schon ;-) Regenwald, Mirror-Lakes und einen Aussichtspunkt nach dem anderen. Die Bilder unten sprechen für sich.

Eines sehen wir allerdings nicht: die vielen Badewannen-Überschwapp-Bäche sind heute verschwunden. Uns, die wir gestern dieses Phänomen beobachtet haben, fallen heute nur noch die unbewachsenen Stellen an den Steinwänden auf.

Heute wissen wir: ein Regentag für die Anreise und einen Tag Sonnenschein für die Milford Sounds ist die beste Mischung, die uns passieren konnte.

Zum Schluss noch ein paar Faustregeln für Besucher der Milford Sounds:

1. Der frühe Vogel fängt den Wurm! Der Späte wird von dutzenden von Bussen überrollt.
2. Wer für vier Tage Wandern und Nächte in Holzbaracken um die 200 Dollar ausgeben möchte, sollte den Milford Track (und auch die weniger bekannten Tracks) ein viertel Jahr und länger im vorraus buchen.
3. Sandflies gelten bei den Maori als Wächter des Fjordlands: Insektenschutz also nicht vergessen!!
bei Regen schwappen die Berge förmlich über
auch mit verhangenen Wolken ein schöner Anblick
Milford Sound im Morgengraun
Sonnenaufgang zwischen den Bergen
die Seehunde wirken noch ein wenig verschlafen
dafür sind die Delphine schon umso lebendiger
151 Meter stürzt sich hier das Wasser in die Tiefe
nur Wasser und Witterung sind die Künstler dieser Steinskulpturen
man sieht heute nur noch ansatzweise, wo sich gestern die Bächer hinabgestürtzt haben
an jeder Ecke fließen hier die Flüsse durch die Berge
Mirror Lake auf dem Weg zurück nach Te Anau
die Farben entschädigen den nur leichten Spiegeleffekt
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
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26. February 2006 - 13:34 Uhr

nicht nur Action in Queenstown
25.02.2006 - 25.02.2006
Queenstown
Wer bei dem Namen Queenstown zuerst an Jetbootfahrten durch die Canyons denkt, oder an Bungeejumping von Brücken, dem geht es wie uns. Allerdings haben wir uns erhofft, Queenstown noch ein paar Vorzüge jenseits des Actionsports zu entlocken. Und das ist gar nicht so schwer.

Die Stadt besitzt zwar einen Flughafen und ist mit den wichtigsten, großen Supermärkten ausgestattet, strahlt aber dennoch eine gewisse Gemütlichkeit aus. Dass Queenstown nunmal vom Tourismus lebt, kann leider nicht wegdiskutiert, geschweige denn, übersehen werden. Dennoch gibt es gibt es auch etwas abseits vom Hafenzentrum schöne und ruhigere Ecken zu bewundern. Die Queenstown Gardens liegen etwas erhöht und bieten genug Plätze zum Verweilen und Genießen der Aussicht auf die Queenstown Bay.

Wir bleiben hier bis zum Nachmittag, wobei wir allerdings schon zwei Stunden im Internet Café des Shopping Centers verbracht haben.

Mit vollem Tank und neuen Lebensmittelvorräten fahren wir wieder weiter und finden auf einem Rastplatz am Lake Wakatipu eine schöne Stelle für die Nacht.
Blick von den Queenstown Gardens auf die Innenstadt
die nette Innenstadt von Queenstown
typischer Humor der Neuseeländer
die letzten Farben des Tages am Lake Wakatipu
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
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25. February 2006 - 13:47 Uhr

Cardrona Valley Road / Crown Range Road
24.02.2006 - 24.02.2006
Wanaka/Queenstown
Viele Kilometer können wir heute nicht verbuchen - haben wir aber auch nicht geplant. Nach dem Frühstück wollen wir uns nämlich Wakana ein bisschen näher ansehen - wir finden, dieses kleine, aber feine Städchen hat ein paar Stunden Aufenthalt auf jeden Fall verdient.

Wir lassen uns nach einem kleinen Bummel durch die Stadt am See nieder, um ein wenig zu lesen und auf die Wellen zu schauen. Wäre nicht der kalte Wind, könnte man die Promenade von Wakana durchaus mit der von Taupo vergleichen.

Gegen Mittag stürmen wir ein anderes Gewässer von Wanaka: gut geheizt und überdacht finden wir ein wenig abseits des Ortskerns den Pool direkt neben der Schule. Gut schwimmen kann man hier zwar, leider ist das Wasser aber nicht so sauber, wie wir es bisher von neuseeländischen Bädern gewohnt sind.

Sauber und mit einem guten, sportlichen Gewissen begeben wir uns auf die Alternativroute Richtung Queenstown. Die Cardrona Valley Road bzw. später Crown Range Road führt durch Täler und mündet bei Arrowtown wieder auf den Highway 6.

Diese Route ist uns in den Reiseführern als die schönere nach Queenstown empfohlen worden und hat in der Tat imposante Aussichten zu bieten. Mich erinntert die Strecke an die sehenswerte Desert Road südlich vom Lake Taupo (auf der Nordinsel) - nur mit wesentlich mehr Bergen.

Bevor wir nach Queenstown abbiegen, fahren wir noch einmal den Highway 6 etwas weiter nach Osten und halten gegenüber der Bungee-Jumping-Brücke auf der Schotterzufahrt zu einem Weingut. Hier sollen die Drehorte für die Szenen "Pillars of the Kings" aus Herr der Ringe sein. Von dem Filmset sieht man auch hier natürlich nichts mehr; der Fluss mit seinem Steilufer kann aber durchaus diese Filmkulisse sein.

Wieder zurück nach Westen fahren wir noch nach Arrowtown. Dieses schmucke Städchen will seinen Goldrausch-Zauber einfach nicht ablegen. Die Häuserfronten im Inneren des Orts sehen wie in den Filmen aus der Goldgräberzeit aus.

Mittlerweile ist es schon wieder später Nachmittag und wir entscheiden uns, gar nicht mehr nach Queenstown hineinzufahren. Ein schöner Platz auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt, einer Halbinsel im Lake Wakatipu, hat es uns heute angetan. Direkt neben dem Golfplatz bekommen wir heute nur noch Besuch von einem Surfer und einigen Joggern und Radfahrern.
kalt und sonnig an der Seepromenade in Wanaka
Spaceship unter seines Gleichen??
Blick auf Queenstown
Raftingfluss mit Steilufer östlich von Queenstown an der Bungeebridge
unten in der Schlucht reißt der Strom
Lord of the Rings Drehort:
Lake Wakatipu in Queenstown
warme Farben der tiefstehenden Sonne
mit der untergehenden Sonne nimmt auch der Wind zu
die letzten Strahlen Wärme
und die letzten Farben des Tages
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
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Langenberg
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25. February 2006 - 13:06 Uhr

Seen und Sehen
23.02.2006 - 23.02.2006
Wanaka
Die Nacht haben wir ohne weitere Störenfriede überstanden - aber kalt ist es gewesen! Was will man auch erwarten, wenn die Vegitationsgrenze nicht so weit entfernt ist.

Auf dem Weg nach Wanaka begeben wir uns hinter die Bergkette, die uns vor dem rauhen Westen schützt. Anstatt Meer gibt es hier zwei Seen zu sehen, die wirklich ein längeres verweilen verdient haben. Der Lake Wanaka und Hawea sind beide von Bergen umgeben, die sich aus der olivgrünen Umgebung erheben, die Vegitationsgrenze durchstoßen und zum Teil mit Schnee bedeckt sind.

Im Tal merkt man von der sicher kalten Höhenluft aber nicht viel. Im Sonnenschein genießen wir den mäßig kurvigen Highway 6, der an den Seen entlang führt und grandiose Blicke zu bieten hat.

Am Lake Wanaka legen wir auch unsere Frühstückspause ein und pellen uns mit dem Anstieg der Sonne langsam aus unseren warmen Kleidern. Für die zwei drei Kapitel unserer Bücher müssen wir uns aber schon fast wieder einpacken - diesmal weniger wegen der Temperatur, sondern vielmehr wegen der Sandflies.

Etwas später bei Makarora finden wir sogar noch ein paar Informationen über diese Sandflies, oder auch Blackflies genannt. Sie halten sich gerne an Flüssen und in Waldnähe auf. Die Weibchen benötigen für das Eierlegen Proteine, die sie aus dem Blut ihrer Opfer entnehmen. Um an das Blut zu gelangen, beißen sie und hinterlassen direkt einen Stoff, der das Blut am Gerinnen hindert. Dieser Stoff ist dann auch für den Schmerz und den anschließenden, tagelangen Juckreiz verantwortlich.

An diese Infos sind wir allerdings nur zufällig gelangt. Der Hauptgrund unseres Stopps sind die Blue Pools am Blue River. Nach einigem Suchen finden wir auch den Zugang und bekommen auch gleich den Grund genannt, weshalb er so schwer zu finden gewesen ist: der Wanderweg ist wegen Reparaturarbeiten geschlossen.

Wir gehen aber trotzdem den Weg ein Stück, nehmen uns aber vor, besonders vorsichtig zu sein. Am Blue River sehen wir dann auch, was repariert werden muss. Eine nicht sehr vertrauenserweckende Swing-Bridge führt über den Fluss und weiter zu den Pools. Hier ist also endgültig für uns Schluss, da auch in der näheren Umgebung der Fluss nicht trockenen Fusses zu überqueren ist.

Einige schöne Fotografien später kommen wir schließlich in Wanaka an und begeben uns direkt am Ortseingang in die Puzzling World. Nach den Seen steht hier das Sehen im Vordergrund. Optische Täuschungen und Verwirrendes gibt es hier an jeder Ecke. Für zehn Dollar ist der Eintritt der Ausstellung und der Besuch des Labyrinths sogar noch sehr erschwinglich. Lohnenswert ist es auf jeden Fall!

Mit einem Schlafplatz direkt an der Roys Bay in Wanaka, sind wir mit unserem Spaceship heute in guter Gesellschaft. Hier haben die Schönen und Reichen aus Christchurch ihre Ferienhäuser vor der malerischen Kulisser der umliegenden Berge und des Sees.
softe Wolken am Lake Wanaka
die Fahrt auf dem Highway führt direkt am See entlang
Puzzling World in Wanaka
Nachtlager in mitten von Luxushäusern am Lake Wanaka
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
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Germany
23. February 2006 - 13:21 Uhr

Wellenspiegel und höchste Berge Neuseelands
22.02.2006 - 22.02.2006
Fox Glacier / Lake Matheson
Gutes Timing: wir müssen heute unsere Luxus-Dackelgarage im Backpacker aufgeben, und die Sonne scheint wieder wie der Weltmeister. Dackelgarage übrigens, weil unsere Unterkunft der letzten beiden Nächte ein kleiner Bürocontainer gewesen ist, in dem die Möblierung gerade einmal aus zwei Betten und einer Elektroheizrippe bestanden hat.

Jetzt ist aber wieder das Spaceship unser Heim, mit dem wir wieder auf Tour gehen. Ein letztes Mal steuern wir den Franz Josef Gletscher an, um ihn noch einmal im strahlenden Sonnenschein und mit den umliegenden Bergen bewundern zu können.

Um ehrlich zu sein, habe ich mir die Riesen hier in der Umgebung mit einer etwas größeren Schneemütze vorgestellt. Die volle Pracht der Berge, wie sie auf den Postkarten abgebildet ist, wird man wohl nur aus höherer Perspektive sehen können. Trotzdem lohnt sich der Blick und mit seinen Nachbarn sieht der Gletscher so oder so um ein vielfaches prächtiger aus.

Nur etwa dreißig Kilometer weiter wartet dann auch schon der nächste Gletscher auf uns: Fox Glacier. Doch vorher machen wir noch einen Abstecher zum Mirror-Lake Matheson. Mirror deshalb, weil sich die gigantische Umgebung der Alpen mit ihren mächtigsten Bergen Mount Cook und Mount Tasman im See spiegeln.

Eigentlich haben wir geplant, hier entweder in den frühen Morgenstunden oder gegen Abend anzukommen. Zu diesen Tageszeiten ist häufig völlige Windstille, die für den Spiegeleffekt notwendig ist. Der Regen hat uns allerdings den Zeitplan ein wenig durcheinander geworfen und so sehen wir die beiden größten Berge Neuseelands nur wellenförmig.

Und selbst das ist noch fast übertrieben, da sich mittlerweile schon wieder Wolken vor die Alpen geschoben haben. Zum Glück habe ich aber wenigstens den Mount Tasman noch vorher mit der Kamera erwischt.

Wieder zurück am Fox Gletscher, machen wir es uns diesmal ein wenig einfacher: wir fahren direkt die Glacier View Road hoch, um den Gletscher wenigstens aus der Ferne mal gesehen zu haben. Die anderthalb Stunden zum Aussichtspunkt, bzw. die Stunde von der Access Road aus direkt zum Gletscher schenken wir uns heute.

Wir fahren lieber weiter Richtung Süden, um heute noch in die Nähe des Städtchens Haast zu kommen. Dort gibt es zwar nicht viel zu sehen, aber eine Tankstelle.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Benzinpreise hier deutlich teurer sind, als weiter nördlich. Jedenfalls glaube ich nicht, dass der Preis für einen Liter Benzin in ganz Neuseeland plötzlich von 1,43 $ auf 1,63 $ gestiegen ist. Zunächst habe ich noch angenommen, dass in den Touristenörtchen Franz Josef und Fox Glacier der Treibstoff genauso überteuert ist, wie alles andere. In Haast zeigt sich aber das gleiche Bild; hier ist der Liter sogar noch teurer, als in Fox Glacier.

Zurück zum Weg Richtung Haast. An zwei Stellen machen wir noch Pause und bekommen so heftig wie bisher noch nie den Wind der rauhen Westküste zu spüren. In der Bruce Bay sitzen wir wirklich nur kurz an der Küste - und das trotz schöner Aussicht und knalligem Sonnenschein.

Eine noch schönere Aussicht, wenn nicht sogar die Schönste von ganz Neuseeland, bekommen wir am Knights Point Lookout zusehen. Die Pinguine, die angeblich etwas weiter nordöstlich seien, bekommen wir leider nicht zu Gesicht. Dafür ist der Blick auf die Küste mit seinen Stränden und seinem leutend blauem Wasser einfach grandios. Und das Glitzern der Sonne in den Wellen erstreckt sich bis zum Horizont - wow!!

Durch Haast durch gibt es noch zwei drei Wasserfälle - mal ebenso am Straßenrand - und ein in zweierlei Punkten außergewöhnliches Abendessen. Zum einen werden wir hier von Sandflies gepiesakt, wie noch nie. Zum anderen verköstigen wir die größte Revolution seit der Steinofenpizza: die wahrscheinlich erste Teflon-Pfannen-Pizza der Welt. Und sie ist köstlich!!

Das Rezept: man nehme einen Fertigteig aus dem Kühlregal und röste/backe ihn goldgelb von beiden Seiten an. Um ein gutes Hitzeklima zu entwickeln, empfielt sich eine zweite Pfanne als Deckel. Auf einer zweiten Flamme erhitzen wir unter Zugabe von Öl zunächst die festeren Zutaten. Je nach Geschmack können dies Zwiebeln und Paprika sein, oder aber auch Pilze und sonstige Pizzabeläge. Bevor der Teig fertig geröstet ist, geben wir zum Belag noch die Zutaten wie z. B. Tunfisch und Pizzasoße hinzu, die nur noch erwärmt werden müssen.

Die Masse verteilen wir dann auf dem krossen Teig, belegen sie mit Käse und lassen Pizza und Belag sich noch einige Minuten in der Pfannenkonstruktion vereinen. Guten Appetit!

Zum Schlafen fahren wir - wegen der Fliegen - dann doch noch etwas weiter in die Berge. Hier ist der Haast River etwas entfernter und scheinbar mögen die Fliegen die kältere Höhe nicht.
Franz Josef in der Sonne
das Eis noch einmal von nahem
Mount Tasman mit klarer Sicht, rechts in den Wolken: Mount Cook
der Weg zum Lake Matheson
kein Spiegelbild, aber trotzdem schöne Sicht
...und ein bisschen spiegelt es doch :-)
der Wanderpfad führt einmal rund um den See
kleine Sehenswürdigkeiten am Wegrand
mal wieder Gletschereis mit Wolken: diesmal der Fox Glacier
sonnige, aber windige Aussicht am Knights Lookout
karibischer Flair
das Wasser sieht zum Reinspringen aus - ist aber bitterkalt!
Strand, Wald, Vegitationsgrenze, Schnee - und alles auf einem Bild
immer wieder tauchen schneebedeckte Berge vor einem auf
diesen Wasserfall haben wir nur durch Zufall in einer Felsspalte direkt am Highway gesehen...
...und die Kamara habe ich wirklich gerade gehalten!!
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
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Langenberg
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22. February 2006 - 15:23 Uhr

zwei Tage Regen am Franz Josef Gletscher
20.02.2006 - 21.02.2006
Franz Josef
Aus der Übung ist ein Ernstfall geworden: es gibt einen Regenschauer nach dem anderen. Da wir jetzt auch nicht mehr viele Kilometer zurückzulegen haben, müssen wir uns entscheiden, was wir jetzt machen. Um über den Alpenpass nach Osten zu fahren, dafür sind wir jetzt schon zu weit. Also machen wir einfach das beste daraus und nehmen uns eine Hütte in der Backpacker Unterkunft "Rainforest" direkt im Ort Franz Josef.

Gegen Nachmittag haben wir Glück, und die Schauer lassen ein wenig nach. So kommen wir doch noch einmal raus und bekommen wenigstens das Gletschereis einmal zu sehen.

Abends lassen wir den Abend in der Backpacker-Bar ausklingen. Tut auch mal gut, den Abend ein wenig "normaler" zu gestalten.

Der nächste Tag beginnt ebenfalls regnerisch. Wir bleiben deshalb im trockenen, kümmern uns wieder um unsere Bewerbungen, lesen, ...

Gegen Mittag wird aus Dauerregen regelmäßige Schauer. Da wir die Zeit hier aber nicht im Haus verbringen, sondern endlich mal ans Eis gehen möchten, ziehen wir uns die passende Kleidung an und begeben uns auf die anderthalb Stundentour zum Eis und wieder zurück.

Mit den Informationen im Hinterkopf, die wir zuvor und gestern auf Hinweistafeln gelesen haben, können wir noch heute die Grenzen erkennen, bis zu denen in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten das Eis gereicht hat. Die Vegitation ist an diesen Stellen sichtbar verschieden weit entwickelt und die Felsen und das Flussbett zeugen noch von den letzten Massen.

Auf dem Weg an die Eisgrenze passieren wir eine Vielzahl von Wasserfällen und Rinnsahlen, die aus den oberen Bergregionen ihren Weg nach unten suchen. Deren Ursprung, die Gipfel, können wir heute allerding nicht erkennen. Sie sind noch von dichten Wolken verhangen.

Und fast hätten wir noch nicht einmal bis zur letzten Absperrung vor dem Eis vordringen können. Nach starken Regenschauern sind die einzelnen Bäche, die sich durch das steinere Flussbett winden, so breit und teilweise reißend stark, dass man nicht auf deren andere Seite gelangen kann.

Da unsere Kleidung aber eh schon feucht ist und wir uns auf eine heiße Dusche freuen können, nehmen wir nasse Füße in kauf und überwinden auch den letzen Fluss.

Ohne Guide nehmen wir dann aber die letzten Warnhinweise ernst und gehen nicht direkt ans Eis, sondern bewundern die Massen aus sicherer Entfernung.

Von den Umwelteinflüssen ist das Eis an vielen Stellen weit entfernt von einem strahlenden Weiß. Und da die Sonne sich auch nicht blicken lässt, können wir uns nur in Gedanken vorstellen, wie mächtig der Eindruck hier sein muss, vor Tonnen von Eis zu stehen und die umliegenden, schneebedeckten Berge um sich herum zu haben.

Wo wir so vor dem Eis stehen, können wir uns gar nicht vorstellen, dass diese Massen in ständiger Bewegung sind. Auf einer Hinweistafel haben wir lesen können, dass die Bewegung dieses Gletscher-"Flusses" 100 000 Mal langsamer ist, als ein Fluss, der Wasser führt - aber er ist in Bewegung!

Nach der besagten Dusche ist unser Spaceship dann auch mal für eine Reinigung reif. Und weil wir schon mal am großreinemachen sind, muss die Wäsche dann auch noch ran.
die Massen winden sich wie eine riesige Schlange ins Tal
Blick auf den Gletscher von Peter's Pool
Grau in Grau - und trotzdem faszinierend
Vegitation und karges Flussbett
das Flussbett vor dem Gletscher
einer von vielen Wasserfällen, die ins Tal führen