Bei herrlichstem Sommerwetter wachen wir mit dem Blick auf den Lake Taupo auf, den wir uns heute auch von der Wasserseite aus anschauen möchten. Doch zunächst geht es erst einmal durch die Stadt selber. Entlang der Uferpromenade blicken wir auf den größten See Neuseelands. Auf der anderen Straßenseite sind dann auch die Häuser der Leute zu sehen, die sich diesen Blick das ganze Jahr leisten können.
Auf der nördlichen Seite Taupos biegen wir Richtung "Huka Falls" ab. An dieser Stromschnelle zwängt sich der sonst breite "Waikato River", der vom "Lake Taupo" zur Tasmanischen See fließt, durch eine schmale Gasse. Das aufgewirbelte Wasser erstrahlt dabei im Sonnenschein in einem leuchtenden Blau.
In den Reiseführern haben wir gelesen, dass in diese Stromschnellen nur zwei Mal am Tag die volle Ladung Wasser eingelassen würde. Der Grund hierfür sei die Ausnutzung der Energie für die Stromerzeugung in Wasserkraftwerken. Dass an diesem Fluss tatsächlich elf Kraftwerke liegen und diese einen relativ großen Teil des Gesamtenergiebedarfs Neuseelands decken, ist richtig. Allerdings konnten wir um 12 Uhr Mittags keinen Anstieg der Wassermassen feststellen. Oberhalb der Strömung wird vielmehr nachts das Wasser angestaut, um die tagsüber benötigten Energieverbräuche zu decken - macht ja auch Sinn ;-)
Jetzt, wo wir wissen, woher das Wasser kommt, möchten wir natürlich auch den See selbst mal etwas genauer anschauen. Ebenfalls aus den Reiseführern wissen wir von einem Segelboot, dass zwei Mal täglich auf den See hinaus fährt und die "Modern Maori Rock Carvings" ansteuert. Wie so viele Attraktionen in Neuseeland müsste man auch die Fahrt auf der "Barbary" Tage vorher buchen. Wir haben allerdings Glück und wir ergattern noch die letzten beiden Sitze, die reserviert, aber nicht wahrgenommen worden sind. Und diesmal hat uns der Reiseführer keine Märchen erzählt: dieser Zweimaster ist wirklich seine 30 $ pro Person wert. Und wer die Steinmetz-Kunstwerke, die nur vom Wasser aus bewundert werden können, sehen will, der sollte wirklich keine Kompromisse machen.
Nach dem Segeltörn machen wir uns nicht weiter Richtung Westen auf, sondern schieben mal ebenso Wellington mit ein. Diese 380 Kilometer auf dem Highway 1 Richtung Süden ist zwar kein Pappenstil, aber wir liegen innerhalb unserer Zwei-Wochen-Rundreise so gut in der Zeit, dass wir uns das erlauben können.
Der Vorteil von Langstrecken ist, dass man erst so richtig wahrnehmen kann, wie unterschiedlich die Natur ist. Wir passieren noch einmal den "Tongario National Park" mit seiner Kraterlandschaft, fahren anschließend durch die wüstenähnliche Region "Rangipo Desert" und schlängeln uns immer wieder durch saftig grüne Hügellandschaften.
Natürlich wichtig für Neuseeland sind die flachen und deshalb sehr landwirtschaftlich genutzten Flächen bis ca. 50 Kilometer vor Wellington. Aus meiner touristischen Sicht ist dieser Abschnitt auf dem Highway 1, und wie ich leider auch Morgen feststellen werde, auf dem Highway 2, ein sehr langweiliger und gar nicht landschaftlich reizvoller Abschnitt. Mein Tipp also für die Touristen: diese Kilometer können auch sehr gut nachts abgerissen werden.
Vor den Toren der Hauptstadt aber angekommen, entschädigt der Blick aufs Meer die letzten Stunden Autofahrt. An der "Karehana Bay" finden wir in einer Sackgasse dann auch unseren Schlafplatz.
Modern Maori Rock Carvings - man kann sie nur vom Wasser aus betrachten
auf der Tour mit der "Barbary"