So sehr uns die Einsamkeit des Vortages auch mulmig vorgekommen ist, morgens um acht von zig Motorengeräuschen geweckt zu werden, ist auch nicht das, was wir uns gewünscht haben.
Der diesige und abgelegene Parkplatz von gestern erleuchtet heute in klarstem Sonnenschein und ist umrandet von den Vulkanriesen des Nationalparks.
Und die Motoren gehören den sieben/acht Bussen, mehreren Kleinbussen und PKWs. Wie wir feststellen, ist dieser Ort Ausgangspunkt für die Tongario Crossing Tour. Der Track führt durch Schluchten und Vulkanlandschaften und ist gespickt von Bergseen.
Mit Shuttelbussen werden die Wanderer zu ihrer achtstündigen Tour hergebracht. Diese Crossing Tour soll eine der beliebtesten Touren Neuseelands sein. Auch wenn "der Berg ruft" entscheiden wir uns für ein gutes Frühstück und für die anschließende Weiterfahrt ins Herz des Nationalparks: Iwikau Village. Dieser Ort blüht erst im Winter zu einem wenn nicht dem beliebtesten Skigebiet auf. Aber auch im Sommer kann er sich sehen lassen. Was auf den ersten Blick vielleicht als eine karge Landschaft mit ein paar verlassenen Skihütten aussieht, ist doch vielmehr eine beeindruckende Vulkanlandschaft jungen Alters. Alle Kegel, die hier zu sehen sind, haben noch einen lebendigen Kern. Erst im Oktober 1996 wurden Skifahrer das letzte Mal Zeuge eines Ascheregens.
In der Hoffnung, dass heute der herrlich blaue Himmel Bestand hat und die Sonne nicht durch Asche getrübt wird, nehmen wir die beiden Sessellifte bis auf ca. 2000 Meter. Die paar Dollar sind übrigens gut angelegt, denn im Preis ist auch gleich die Miete einer warmen Jacke enthalten.
Auch wenn die Sonne brennt, sind wir froh, dass wir die Jacke mit dabei haben. Wie es ich für Weihnachten gehört, liegt hier nämlich Schnee!!!
Und wir wollen heute noch höher. Ca. anderthalb Stunden sind für den Skyline Walk veranschlagt. Hier begibt man sich durch Geröll- und Schneefelder nochmals um 300 Meter höher und kann vom Bergkamm einen atemberaubenden Blick genießen.
Oben angekommen meint Heike nur "Ich kann jetzt etwas nachfühlen, wie Frodo und Sam sich gefühlt haben müssen." Mit einer der letzten Gondeln fahren wir gegen 17 Uhr wieder zum Village und machen uns trotz Müdigkeit noch auf eine kleine Wanderung zu einem Drehort des Films "Herr der Ringe."
Mächtig stolz erhebt sich Mount Ngauruhoe und ist im Film als Mount Doom oder Schicksalsberg bekannt. Die Ebene, die sich vor ihm erstreckt, kennen Fans von "Lord of the Rings" als Mordor.
Nach diesem anstrengenden und beeindruckenden Tag gönnen wir uns erst einmal ein leckeres Abendessen. Danach nehmen wir wieder im Van Platz und lassen die Geröll- und Eisebene hinter uns.
Schon nach wenigen Kilometern ist das Land wieder saftig grün und die Straßen werden kurvenreicher. Lake Taupo und die gleichnamige Stadt soll heute Abend unser Schlafplatz sein. 25 km vor Taupo finden wir bei Motutere einen idyllischen Rastplatz direkt am See.
die Landschaft bei Sonnenschein
schneebedeckte Gipfel im Sommer
unser Weihnachtsgruß an die Nordhalbkugel
der Blick von über 2030 Metern
360 Grad Blick vom Skyline Walk