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Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
r_u_u@gmx.de
Langenberg
Germany

Rangitoto Island
15.10.2005 - 15.10.2005
Auckland / Rangitoto Island
Und schon wieder können - oder wollen wir heute nicht ausschlafen. Unser Ziel ist Rangitoto-Island. Diese Insel liegt ungefähr 30 Fähr-Minuten vor Aucklands Hafen und wird trotz dessen nur drei Mal (am Wochenende vier Mal) angesteuert. Und da die letzte Rückfahrt schon gegen 17 Uhr (werktags 15.30 Uhr) ist, wollen wir natürlich heute so früh wie möglich übersetzen (9:15 Uhr). Rangitoto ist eine unbewohnte Vulkaninsel (Vulkan - was sonst ;-) mit atemberaubender Vegetation. Wer die kanarische Insel „La Gomera“ oder die kanadische Halbinsel „Cape-Breton-Island“ kennt, - viele Grüße an dieser Stelle an Tina, Rafael und in doppelter Weise an Michael - der kann sich in etwa die fantastische Landschaft vorstellen. Schmale Wege, wenige Offroad-Straßen und ansonsten nur Tracks führen die Besucher über die Höhen und durch die Täler der Kraterlandschaft. Aber hier wird man weniger an die Mondoberfläche oder karges Land erinnert, sondern man erlebt vielmehr das bestreben der sich selbst überlassenen Natur, Wachstum und Leben voranzutreiben. Der Blick auf hohe Palmen, Farngewächse und Sträucher wird nur selten von unbewachsenem Lavagestein abgelöst. Wir empfinden es als äußerst angenehm, dass wir hier im dichten Busch ein wenig vor der Sonne geschützt sind. Die Luft ist angenehm kühl und riecht frisch nach feuchter Waldluft. Auch ungeübte Wanderer brauchen keinen allzu großen Respekt vor dieser Insel haben. Sehr gut bis gut gekennzeichnete Wege zeigen einem die unterschiedlich langen und schwierigen Wege zum Krater des Vulkans auf. Heike und ich entscheiden uns an dem ersten Wegpunkt für die längere Route. So schaffen wir es am besten, uns von den anderen Besuchern, die mit uns auf der Fähre waren, abzusetzen. Sehen und staunen, verweilen und die Ruhe genießen. Wer auf Natur pur steht, der ist hier richtig. Oben am Kraterrand treffen wir dann auf die ersten Rückkehrer, die sich bereits wieder auf den Weg machen, die nächste Fähre zu erwischen. Wir hingegen haben Zeit. Zeit die Aussicht zu genießen. Zeit, sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Zeit, um einfach nur zu verschnaufen und die Umgebung zu genießen.

Und Zeit sollte man hier schon mitbringen! Um die ganze Insel an einem Tag zu erkunden, muss man schon sehr fit und sehr gut zu Fuß sein. Und selbst dann würde ich noch jedem empfehlen, die Eindrücke nicht nur „abzugrasen“, sondern sich viel Zeit zu lassen und sich ihnen hinzugeben. Wir haben uns jedenfalls schon jetzt entschieden, Rangitoto noch einmal einen Besuch abzustatten, um die Küste und den Strand zu besuchen (natürlich mit Badekleidung!!).

Auf dem Weg zurück zum Hafen machen wir noch einen Abstecher zu den Lavahölen. Riesige Luftblasen müssen für tiefe Einkerbungen in den Felsen gesorgt haben. Noch ein wenig - ich will nicht sagen: enttäuscht - von der geringen Größe der Höhlen, stehen wir plötzlich vor dem Eingang eines Tunnels quer durch den Felsen. (Michael: der hier setzt dem auf Gomera noch einen auf!!!) Nur mit einer Mini-Mag-Lite und der LED meines Taschenmessers bestückt, steigen wir den Eingang in die Höhle hinab. Ein spanisches Pärchen hinter uns wagt es nicht uns zu folgen, aber wir trauen uns durch den dunklen, feuchten Gang. Die Höhe verringert sich mit jedem Schritt und am Ende kommen wir nur noch langsam und tief gebückt voran. Nach ungefähr zwanzig/dreißig Metern sind wir froh, dass wir auf dem feuchten, scharfkantigen Grund nicht ausgerutscht sind und wir uns die Rucksäcke an dem Gestein nicht aufgerissen haben.

Wieder im Tageslicht angelangt, betrachten wir noch einmal den Eingang zu diesem beeindruckenden Tunnel. Dann kehren wir wieder auf den Track zurück, der uns auf den Hauptweg zurückführt. Das spanische Pärchen, das lieber an der Erdoberfläche dem Tunnel folgt, steht plötzlich vor uns und ist sichtlich erschrocken, uns hier zu sehen. Sicher haben sie nicht vermutet, dass wir es bis auf die andere Seite des Berges wagen, sondern doch noch umkehren würden. Falsch gedacht!

Der Rückweg zur Anlegestelle ist bergab sicher weniger anstrengend für die Muskeln, doch sehr viel anstrengender für Sehnen und Gelenke. Leider bekommt Heike das am eigenen Leib zu spüren und ist direkt drei Mal umgeknickt. Wer Heike und ihre Gelenke jetzt nicht kennt, wird sicher vor Schreck kräftig schlucken. Heikes Gelenke sind aber eher wie Gummi und nach einem heftigen Schmerz sei schon nach ein paar Minuten nichts mehr zu spüren. Und das Gelenk ist in der Tat jedes mal wieder ok gewesen - die Sehnen im Wadenbereich aber leider nicht. Schon einen Tag später soll davon aber schon nicht mehr viel zu spüren sein.

Der Abend ist heute nur noch der Küche, dem Billardtisch und dem Bett gewidmet. Das ist ein Tag gewesen - wow!
Blick auf Auckland von Rangitoto Island (der Skytower ist in der Skyline zu sehen)
die Pflanzen nehmen schon fast subtropische Größen an
gigantische Aussicht von hier oben
alle Farben der Natur
der Blick von dem ersten, kurzen Tunnel zum zweiten, langen Tunnel aus Lavagestein
und nochmal den Blick zurück - noch haben die Spanier Mut :-)
der Ausgang auf der anderen Seite des Felsens