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Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
r_u_u@gmx.de
Langenberg
Germany
21. February 2006 - 05:23 Uhr

Wasserfall und Gletscherwasser
19.02.2006 - 19.02.2006
Hokitika
Heute starten wie ein Experiment: wir begeben uns auf eine Route, die in keinem Reiseführer erwähnt ist, sondern nur auf unserer ADAC Karte aus Deutschland. Auf einem ca. 90 km Rundkurs sollen zum einen die Dorothy Falls liegen, zum anderen sollen die Hokitika Gorge sehenswert sein.

Der Rundkurs beginnt und endet in der Nähe von Hokitika und führt östlich Richtung Lake Kaniere. An diesem See machen wir unsere erste Rast und frühstücken im Schein der aufgehenden Sonne.

Dann geht es auf die Schotterstraße immer am See entlang. Nicht wenige Kurven später taucht das Hinweisschild zum Wasserfall auf, und überraschender Weise brauchen wir uns noch nicht einmal auf einen längeren Fußmarsch einstellen - nur eine Minute liegt unser erstes Ziel von der Straße entfernt.

Besonders gefällt uns die moosbewachsene Umgebung an diesem Wasserfall. Steine und Bäume wirken besonders grün in dieser feuchten Umgebung. Ebenfalls hat die steile Wand nach unten, an der sich das Wasser hinabschlängelt, einen schönen Verlauf.

Weil der Weg zum Wasserfall dann doch ein wenig kurz ist, gehen wir von unserem Wagen noch einmal rechts den Dorothy Creek Walk. Der führt uns ein Stück durch ebenfalls feuchtgrünen Wald und endet am Lake Kaniere. Hier mündet auch der Creek vom Wasserfall in den See und wir nutzen die Möglichkeit, über das Steinbett einigermaßen trockenen Fußes flussaufwärts zu laufen.

Wieder mit dem Auto unterwegs, lassen wir schon bald die Schotterstraße hinter uns und fahren südwestlich in die Richtung der Hokitiaki Schlucht. Wer sich die Straßenverläufe hier auf der Karte ansieht, wird sich wie wir sicher über die Gradlinigkeit wundern. In diesem Tal haben die Straßenbauer seit langem mal wieder mit dem rechten Winkel arbeiten und somit die Äcker und Weiden der Bauern in praktische Größen unterteilen können.

Entsprechend langweilig ist die Autofahrt - das Ziel macht dies allerdings spielend wieder wett. Vom Parkplatz aus geht es einige Minuten durch den Wald zu einer Hängebrücke, die über sagenhaft blaues Wasser führt. Wie wir uns später von einem Farmer erklären lassen, ist diese Farbe auf die Reinheit des Wassers aus den Bergen und die Sauberkeit des Stein-Flussbetts zurückzuführen.

Hineinspringen würden wir allerdings auch wieder nicht. Zum einen wird das Wasser bitterkalt sein, zum anderen ist uns der milchige Anblick doch nicht ganz so geheuer.

Nach diesem Ausflug fahren wir wieder nach Hokitika hinein und ergründen endlich einmal die Kunst der Jade-Verarbeitung. Dieses Handwerk ist besonders in dieser Region ansässig, wo z. T. große Jade-Steine - oder Greenstone, wie sie hier auch genannt werden - per Helikopter aus den Bergen geflogen werden. In Fabriken, oder kleinen Werkstätten werden die Steine weiterverarbeitet und zum Schluss per Hand in die traditionellen Figuren und Symbole verwandelt.

Bevor wir die Stadt nun endgültig hinter uns lassen, ziehen wir noch einige Bahnen im Swimming Pool. Diese Schwimmhallen sind übrigens nicht mit denen in Europa zu vergleichen. Hier sind die Becken nur im Sommer nutzbar, da um sie herum im wahrsten Sinne des Wortes, nur eine Halle gebaut worden ist. Auch sieht man hier kaum Erwachsene im Wasser. Es scheint, dass diese Pools mehr für die Jugend und die Kinder gedacht sind, um schwimmen zu lernen und im Sommer ein bisschen sonnengeschützt rumplanschen zu können, bevor es auf Surfbrettern und Co. ins Meer geht.

Ein paar Einspur-Auto-/Zug-Brücken später, nähern wir uns immer weiter den großen Gletschen der Südinsel. Für heute ist es allerdings schon zu spät und wir halten Ausschau nach einem geeigneten Platz für die Nacht.

Den ersten, den wir finden, nutzen wir allerdings nur für das Abendessen, da die Sandfliegen hier einfach nur nerven. Weniger nervig, wenn auch um ein vielfaches lauter, ist ein anderes Fluggefährt. Um Baumaterial zwischen Tal und Berg zu transportieren, landet während unseres Dinners einige dutzend Meter neben uns ein paar Mal ein Hubschrauber. Wir vergewissern uns da lieber noch einmal, ob wir nicht zufällig auf einem großen "H" parken - sicher ist sicher.

Auch wenn dem nicht so ist, machen wir uns nach dem Abwasch noch einmal auf. Ein paar Kilometer weiter scheint uns ein Platz neben dem Highway etwas ärmer an Insekten zu sein. Hier bleiben wir und probieren das erste Mal aus, ohne Zeltanbau im Spaceship zu schlafen. Mit ein paar Umräumarbeiten kann die Liegeflächenverlängerung auch im Auto angebracht werden. Das bedeutet zwar, Koffer, Kühlbox und sonstige Dinge müssen nach vorne, aber besser jetzt einmal ausprobieren, als im "Ernstfall" unvorbereitet im Regen zu stehen.
Frühstück am Lake Kaniere
die Dorothy Falls
feuchtgrüner Wald am Dorothy Creek Walk
Hokitika Gorge mit dem Fluss, der aus den Bergen kommt
Hängebrücke über den Fluss
Jadekunstwerk in Hokitika
Besucher zum Abendessen: Baumaterialtransport in die Berge per Hubschrauber