Eigentlich haben wir immer vorgehabt, Weihnachten am Strand zu feiern. Aber da wir ja jetzt an der rauen Westküste sind und wir auch gestern schon am Strand gesessen haben, gehen wir heute lieber in die Berge - oder besser gesagt: in den Berg. Denn die Landschaft hier ist vergleichsweise platt und wird nur vom Mount Taranaki beherrscht.
Einer Legende zur Folge hat dieser Vulkan seiner Zeit eine Auseinandersetzung mit einem zweiten Vulkan gehabt, bei der es - natürlich - um einen schönen, jungen, weiblichen Vulkan gegangen sei. Als Unterlegener ist Taranaki von dannen gezogen und ist im Westen vom Meer aufgehalten worden.
Auch wenn er der unterlegene ist, wir mögen ihn - und zwar sehr!! Mit dem Auto fahren wir in den National Park der den Vulkan umgibt und kommen schon bald in dicht bewachsendes Gelände. Von der Information aus gehen wir den Pfad Richtung Dawson Falls und betreten ein Terrain, der einem Märchenwald gleicht. Mit Moos bewachsene Urwaldbäume säumen den Weg und die Sonne bricht immer wieder bis zum fruchtbaren Boden durch.
Den Wasserfall hören wir erst nur, bis wir dann schließlich dem 18 Meter herunterstürzenden Strom gegenüberstehen. Die kühle Luft, die jeder Fall mit sich bringt und auch das zerstäubte Wasser ist für uns eine willkommene Abwechselung.
Zurück am Auto ziehen leider wieder die nächsten Wolken auf und die ersten Tropfen lassen nicht lange auf sich warten. Das gute an dem Regen ist allerdings, dass uns der Abschied nicht ganz so schwer fällt, denn wir haben heute noch einige hundert Kilometer vor uns.
Bis heute Abend möchten wir nämlich zu dem Ort, von dem Taranaki "von dannen gezogen ist": Tongario National Park.
Der Weg von Manaia nach Wanganui führt zwar an der Küste entlang, das Meer liegt allerdings hinter den Dünen. Wenn also jemand dem Highway 3 an dieser Stelle etwas abgewinnen möchte, dann höchstens über einen Abstecher zum Strand.
Der Highway 4 bis Raetihi ist dafür umso interessanter. Nirgendwo sonst sind uns bis jetzt so viele Motorradfahrer entgegengekommen, wie auf dieser Strecke durch die Berge - traumhaft.
Am Tongario National Park angekommen, ist es schon wieder Zeit, sich nach einem Platz für unser Spaceship umzusehen. Um ehrlich zu sein: wir können heute noch nicht ganz so verstehen, warum dieser Park von den Leuten so hoch gelobt ist.
Von dem Highway 47 biegen wir in eine Schotterstraße Richtung "Mangatepopo Hut" ein und gelangen nach ca. 5 km Schneckentempo auf einen einsamen und verlassenen Parkplatz in mitten einer kargen Heidelandschaft. Zudem ist auch der Himmel noch verhangen und der diesige Abend grenzt die Sichtweite nur auf wenige hundert Meter ein.
Warum der Parkplatz in dieser Einöde aber einen Bus Stopp und vier Toilettenhäuschen hat, darüber soll uns der nächste Morgen Aufklärung bringen.
Unser Zuhause für die nächsten zwei Wochen