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Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
r_u_u@gmx.de
Langenberg
Germany
18. March 2006 - 02:30 Uhr

Hooker Valley
11.03.2006 - 11.03.2006
Mount Cook
Nach einer Nacht mit einigen Regenschauern, werden wir heute morgen gleich zwei Mal geweckt. Einmal klingelt unser Wecker und das zweite Mal ist es der Park-Ranger. Die junge Frau macht uns freundlich darauf aufmerksam, dass hier auf dem Parkplatz des Tasman Valleys das Campen nicht erlaubt sei und sie deshalb fünf Dollar Gebühr pro Person erhebt.

Natürlich bezahlen wir genauso bereitwillig und ohne murren, wie unsere Campernachbarn; wir haben sogar mit einer höheren Strafe gerechnet.

Unsere gute Stimmung ist aber nicht gewichen, da es auch heute wieder ein schöner Tag zu werden scheint. Und gerade heute kommt uns die Sonne besonders recht, haben wir doch eine vierstündige Wanderung durch das Hooker Valley geplant.

Fast immer am Gletscherfluss entlang, führt uns der Hooker Track in Richtung Gletscher und Gletschersee. Der Weg hält sich, was Steigungen angeht, angenehm zurück und so schaffen wir die Strecke an der beeindruckenden Berglandschaft vorbei einigermaßen in der angegebenen Zeit.

Was mir an den Gletschern Fox und Franz Josef ein wenig gefehlt hat, ist hier ausgiebig zu bestaunen: rings um uns herum ragen die schneebedeckten Gipfel bis in die Wolken, und trotzdem können wir hier unten in der Sonne streckenweise kurzärmelig gehen. Nur der kühle Wind erinnert uns heute daran, dass wir bereits Herbst haben.

Zwei Schwingbrücken und gut zwei Stunden interessantesten Wanderweg später, sehen wir den Gleschersee vor uns liegen und wir genießen die Sicht im Windschatten der großen Steine in der Mittagssonne.

Das Gletschereis an sich ist hier von sehr viel mehr Geröll bedeckt als beim Fox oder Franz Josef und nur vereinzelt kann man weißes oder blau schimmerndes Eis entdecken. Dafür strahlen die abgebrochenen Eisblöcke um so mehr in der Sonne und treiben völlig ruhig auf dem See.

Nach der Rückkehr am Auto gönnen wir uns noch eine Dusche am Public Shelter, bevor wir den Ort Mount Cook mit dem gar nicht in Wolken gehüllten Berg wieder hinter uns lassen.

Mit den letzten Blicken auf den in orangen Farben getauchten Mount Cook, einer untergehenden Sonne in den Bergen und schon dem Vollmond am violetten Himmel, genießen wir unser Dinner am Lookout vom Lake Pukaki. Die Landschaft links und rechts bekommt jetzt im letzten Tageslicht nochmal einen ganz neuen Reiz.

Einen letzten Stopp, bevor wir uns schließlich auf einem Picknickplatz niederlassen, legen wir noch einmal an der kleinen Kapelle vom Hinweg ein. Mit dem Vollmond im Hintergrund und seinen Lichtreflexen im Lake Tekapo, strahlt die "Church of the Good Shepherd" nochmal eine ganz besondere Ruhe aus - ganz anders als mit den Touristen-Bussen im Vordergrund, die tagsüber auf dem Parkplatz der Kapelle stehen.
Mount Cook vom Hooker Valley aus
der Weg zum Gletschersee geht durch atemberaubende Landschaft und immer am Gletscherfluss entlang
auch der Hooker Gletscher ist von Geröll bedeckt
besonderer Reiz: Mount Cook im Abendlicht
untergehende Sonne und Vollmond am Himmel: einfach gigantisch
kurzer Stopp am Abend an der Church of the Good Shepherd
Reinhard Westermann
Reinhard
Westermann
r_u_u@gmx.de
Langenberg
Germany
11. March 2006 - 13:05 Uhr

ein Tag ohne Wolken am Mount Cook
10.03.2006 - 10.03.2006
Mount Cook
Als der Wecker um sieben klingelt und "draußen" noch sehr diesig ist, entschließen wir uns, das Aufstehen noch um eine Stunde zu verschieben. Dann aber hält uns nichts mehr im Bett: die Sonne scheint und wir machen uns ohne Frühstück, direkt auf die Weiterfahrt.

Den Kaffee gibt es dann am Lake Tekapo, wo wir auch in eins die kleine Kapelle "The Church of the Good Shepherd" besichtigen können. Das Besondere an diesem Gebäude aus rustikalem Stein sind neben der Lage am See auch die Fenster direkt hinter dem Altar. Auf diese Art ist die Kapelle am beeindruckensten dekoriert: mit der Schönheit der Natur selber.

An dem nächsten See auf unserer Tour legen wir ebenfalls einen Stopp ein. Hier wird uns ein herrlicher Blick auf den Mount Cook geboten, der uns heute sogar ohne Wolken bescherrt wird. Warum das so besonders ist? Die Erklärung liegt in der Übersetzung des maorischen Namens Aoraki - was soviel heißt wie: "der Berg, der durch die Wolken stößt."

Und der heutige Tag gehört zu unserem Glück nicht zu den durchschnittlichen 270 Tagen im Jahr, an denen der Gipfel von Wolken verhangen ist.

Nach einem kurzen Besuch im Ort Mount Cook und der dortigen Touristeninformation, biegen wir in die Schotterstraße Tasman Valley Road. Von hier führen einige Wanderwege ab, von denen wir uns für die in Richtung Gletschersee und Gletscher-Lookout entscheiden.

Hier in Mount Cook sind die eigentlichen Attraktionen nämlich weniger der gleichnamige, höchste Berg Neuseelands, sondern der Hooker und Tasman Glacier. Diese beiden Gletscher, wobei letzterer der größte Neuseelands ist, fließen westlich und östlich am Bergkamm hinab, dessen höchste Erhebung der Mount Cook ist.

Der Blick auf den Tasman Gletscher ist für uns, die wir ja mittlerweile schon gletschererfahren sind, nochmal ganz besonders. Hier sehen wir dicke Eisblöcke, die bis zu dutzenden von Kubikmetern groß, auf dem Wasser treiben. Der Motorboot-Crew machen aber vielmehr die kleinen Brocken zu schaffen. Die hindern sie daran, ihre Boote leichtfertig an die Anlegestelle zu bringen und ihre Besatzung aufzunehmen.

Fasziniert von den Eisblöcken, wird uns erst am Lookout klar, das dieser Gletscher noch auf eine andere Art besonders ist. Die bewegenden Eismassen sind unter einer Wasserschicht verborgen und sind deshalb gar nicht so touristenwirksam, wie vielleicht die am Fox oder Franz Josef. Trotzdem übertrifft meiner Meinung nach dieser Gletscher die anderen bei weitem, ist er doch noch viel schöner von den Bergen der Alpen umgeben. Wie mein Urteil allerdings bei nicht so schönem Wetter ausgesehen hätte... wahrscheinlich wäre der Fox Glacier da mein Favorit.

Bevor wir morgen dann noch den Hooker Glacier uns anschauen, machen wir es uns hier aber erst mal für die Nacht gemütlich.
das Altarbild: Blick auf den Lake Tekapo
das erlebt man nicht oft: Mount Cook ohne Wolken
noch einmal Mount Cook im Zoom
der Gletscherfluss vom Tasman Glacier
wenn auch mit viel Geröll bedeckt, ist der Gletscher dennoch beeindruckend
Mount Cook noch einmal von näher
Blick zurück aufs Tasman Valley
Gerölllandschaft vor den Gipfeln der Alpen