Der Pilot hat sich wohl wirklich Mühe gegeben und so kommen wir trotz verspäteter Abreise fast pünktlich in Auckland an. Schon der Blick aus dem Flugzeug verrät uns: hier sind wir richtig. Natürlich ist Auckland auch eine Großstadt und natürlich sieht man so weit das Auge reicht, Häuser, Straßen und Bürogebäude. Aber den Unterschied machen die vielen, grünen Flecken aus, die man überall sieht.
Vor der Einreisekontrolle entledigen wir uns noch von unseren mitgebrachten Lebensmitteln und können so ruhigen Gewissens unsere drei Dokumente vorweisen:
- Einreiseformular; was führt man ein, was für Krankheiten hat man, ist man schwanger, hat man Trekking-Ausrüstung dabei, usw. usw. - all die wichtigen Dinge halt.
- Reisepass mit Visum
- Rückflugticket; denn wer sich hier nicht benimmt, der fliegt raus - und das nicht auf Staatskosten ;-)
Man wünscht uns noch viel Spaß und schon sind wir bei unseren Koffern, die genügsam ihre Runde auf dem Band drehen. 1-2-3-4… alle da, puuuh! Die Koffer werden dann noch einmal durchleuchtet und zusammen mit dem Einreiseformular begutachtet. Hier wird aber weniger nach so harmlosen Sachen wie Sprengstoff, Waffen oder Drogen gesucht, sondern vielmehr nach Dingen, die das Gleichgewicht der neuseeländischen Natur gefährden könnte:
wir haben Joggingschuhe mit dabei - sind die auch sauber?
Da ist von mitgebrachten Lebensmitteln die Rede - ach so, nur Kaugummi, ok!
Haben wir ein Zelt mit dabei? - Nein? Gut!
Man glaubt uns und wir dürfen weiter, ohne dass wir unsere Aussagen durch öffnen der Koffer belegen müssen.
Jetzt sind wir endlich wirklich da und müssen zunächst die Lage checken. Erst mal die schweren Dinge aus unserem Hanggepäck in die Koffer; so können wir viel bequemer den Air-Bus in die Innenstadt nutzen. Der kostet uns nur 13 $ pro Person und wir bekommen obendrein noch genau erklärt, wie wir von der Haltestelle zur Unterkunft kommen.
Mit dem Einsetzen des Regens fragen wir uns, ob wir nicht doch ein Taxi hätten nehmen sollen, aber so ist das halt, wenn man nicht im Urlaub ist ;-) und man aufs Geld achten möchte.
Ein paar Fußgängerampeln und eine gebrochene Trollyrolle weiter, fällt unser Blick auf eine Parkanlage mit einem dahinter liegenden, historischen Gebäude. The Old Railway Station thront pompös in der nähe des Hafens und schmückt mit seiner roten Backsteinfassade das Stadtviertel Parnell.
Mit dem Eintreten in die Eingangshalle bekommen wir unseren Mund gar nicht mehr vor lauter Staunen zu: Mosaikböden, Säulen und Deckenverzierungen erinnern weniger an ein Wohnheim, als vielmehr an eine repräsentative Empfangshalle. Aber in die Empfangshalle mit der Rezeption gelangen wir erst, als wir die schweren und meterhohen Türen öffnen.
Ja, dies ist ein Bahnhof vom edelsten gewesen. Schwere, zurückgeschobene Gusseisengitter heißen uns an Rezeption willkommen. Dekorative Stühle und Tische verbreiten ein Gefühl der Wohnlichkeit und wieder sind Boden, Wände und Decke sehr beeindruckend.
Mit allen wichtigen Dokumenten und den Schlüsseln begeben wir uns in den nicht-öffentlichen Bereich dieses Gebäudes. Der riesige Saal mit Glaskuppel vermittelt den Eindruck, als könnte jeden Moment eine dampfende Lokomotive einfahren. Und in den Sitzecken hier halten sich die Wartenden auf, die vielleicht auf die Rückkehr ihrer liebsten warten.
Unser kleines Apartment teilen wir uns mit Lota, einer Schwedin, die bereits seit 4 Monaten hier ist und English studiert. Unser Zimmer ist wirklich winzig und besitzt nur jeweils einen Stuhl, Schreibtisch und Schrank. Zum Glück sind wenigstens zwei Betten vorhanden ;-) …und die stehen jetzt auch ganz dicht beisammen :-)
Viel machen wir heute nicht mehr: Koffer auspacken und eine kleine Besichtigungsrunde incl. Pizzaessen. Dann fallen wir nur noch müde ins Bett und sind froh, endlich angekommen zu sein.
Unser Reich: zu klein, um aufgeräumt zu sein ;-)