Als der Wecker um sieben klingelt und "draußen" noch sehr diesig ist, entschließen wir uns, das Aufstehen noch um eine Stunde zu verschieben. Dann aber hält uns nichts mehr im Bett: die Sonne scheint und wir machen uns ohne Frühstück, direkt auf die Weiterfahrt.
Den Kaffee gibt es dann am Lake Tekapo, wo wir auch in eins die kleine Kapelle "The Church of the Good Shepherd" besichtigen können. Das Besondere an diesem Gebäude aus rustikalem Stein sind neben der Lage am See auch die Fenster direkt hinter dem Altar. Auf diese Art ist die Kapelle am beeindruckensten dekoriert: mit der Schönheit der Natur selber.
An dem nächsten See auf unserer Tour legen wir ebenfalls einen Stopp ein. Hier wird uns ein herrlicher Blick auf den Mount Cook geboten, der uns heute sogar ohne Wolken bescherrt wird. Warum das so besonders ist? Die Erklärung liegt in der Übersetzung des maorischen Namens Aoraki - was soviel heißt wie: "der Berg, der durch die Wolken stößt."
Und der heutige Tag gehört zu unserem Glück nicht zu den durchschnittlichen 270 Tagen im Jahr, an denen der Gipfel von Wolken verhangen ist.
Nach einem kurzen Besuch im Ort Mount Cook und der dortigen Touristeninformation, biegen wir in die Schotterstraße Tasman Valley Road. Von hier führen einige Wanderwege ab, von denen wir uns für die in Richtung Gletschersee und Gletscher-Lookout entscheiden.
Hier in Mount Cook sind die eigentlichen Attraktionen nämlich weniger der gleichnamige, höchste Berg Neuseelands, sondern der Hooker und Tasman Glacier. Diese beiden Gletscher, wobei letzterer der größte Neuseelands ist, fließen westlich und östlich am Bergkamm hinab, dessen höchste Erhebung der Mount Cook ist.
Der Blick auf den Tasman Gletscher ist für uns, die wir ja mittlerweile schon gletschererfahren sind, nochmal ganz besonders. Hier sehen wir dicke Eisblöcke, die bis zu dutzenden von Kubikmetern groß, auf dem Wasser treiben. Der Motorboot-Crew machen aber vielmehr die kleinen Brocken zu schaffen. Die hindern sie daran, ihre Boote leichtfertig an die Anlegestelle zu bringen und ihre Besatzung aufzunehmen.
Fasziniert von den Eisblöcken, wird uns erst am Lookout klar, das dieser Gletscher noch auf eine andere Art besonders ist. Die bewegenden Eismassen sind unter einer Wasserschicht verborgen und sind deshalb gar nicht so touristenwirksam, wie vielleicht die am Fox oder Franz Josef. Trotzdem übertrifft meiner Meinung nach dieser Gletscher die anderen bei weitem, ist er doch noch viel schöner von den Bergen der Alpen umgeben. Wie mein Urteil allerdings bei nicht so schönem Wetter ausgesehen hätte... wahrscheinlich wäre der Fox Glacier da mein Favorit.
Bevor wir morgen dann noch den Hooker Glacier uns anschauen, machen wir es uns hier aber erst mal für die Nacht gemütlich.
das Altarbild: Blick auf den Lake Tekapo
das erlebt man nicht oft: Mount Cook ohne Wolken
noch einmal Mount Cook im Zoom
der Gletscherfluss vom Tasman Glacier
wenn auch mit viel Geröll bedeckt, ist der Gletscher dennoch beeindruckend
Mount Cook noch einmal von näher
Blick zurück aufs Tasman Valley
Gerölllandschaft vor den Gipfeln der Alpen